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Singener Narren tanzen auf den Tischen und teilen kräftig aus
„Spaßvögel“ feiern stimmungsgeladene Prunk- und Fremdensitzung in der Kulturhalle
„Wir sind stets bemüht, dass ab heute bis Aschermittwoch der Karneval blüht“, begrüßte am Samstagabend Sarah Sebastian als Präsidentin der Singener Carnevalsgesellschaft „Spaßvögel“ die Narrenschar in der ausverkauften Remchinger Kulturhalle zur Prunk- und Fremdensitzung. Zum Start in die närrische fünfte Jahreszeit hatte sie nicht zu viel versprochen: Die Aktiven begeisterten mit einem vierstündigen ausgelassen-heiteren Unterhaltungsprogramm. Mit italienischem Charme zauberte Moderator Nino Arcuri musikalisch begleitet von René „Heimi“ Heimberger für die „lieben Liebenden“ einen Hingucker nach dem anderen auf die bunte Bühne.
Den ersten Frontalangriff auf die Lachmuskeln starteten die Wilferdinger Waschweiber Helene Schwarz und Monika Foemer. „Überall ist es wie bei einer Jeans – an den wichtigsten Stellen sitzen Nieten“, frotzelten sie und lenkten wenig später den Spot(t) auf die „hochverschätzte Frau Bürgermeister“ Julia Wieland, die sich im Kuhkostüm gut in den Streichelzoo aus Gemeinderäten einfüge: „Ihr Haus steht in Nöttingen auf dem Berg – aber über dem Berg ist sie deshalb noch lange nicht.“
Die große Garde glänzte nicht nur in den seit dieser Kampagne neuen schwarz-weinroten Glitzerkostümen, sie begeisterte auch als Seeräuber, Piraten und Matrosen. Für jede Menge Gefühlchaos sorgte derweil die mittlere Garde, während es die kleine Garde auf die Tische zog. Für ausgelassen-lautstarke Klänge sorgten mittendrin die „Schbarglbadscha“ aus Graben-Neudorf. Während der Auerbacher Faschingspräsident Christian Zechiel im engen Fußballtrikot in die Bütt trat, grüßte aus dem Narrenkäfig heraus Nils Nonnenmacher als „Hans von Singen“. Dabei schaute er nicht nur tief ins Weinglas, sondern insbesondere auch der Landespolitik und dem anwesenden CDU-Landtagskandidaten Nico Gunzelmann genau auf die Finger.
Ein letztes Mal gemeinsam alles gegeben haben Hannah Lüdemann und Paula Bräuner, die unter tosendem Applaus auf zehn gemeinsame Jahre als Tanzduo zurückblickten, trainiert von Michelle Förster. Nach ihrem letzten Tanz durften sie sich über ein spontanes Dankeschön der Bürgermeisterin freuen. Erneut zu haben seien dagegen die FCG-Witwen, die in einer humorvoll-komischen Einlage ihre Einsamkeit, nicht aber den Tod ihrer Männer beklagten, die sie selbst um die Ecke gebracht hätten. Während die Töpfleshexen für schaurige Momente sorgten, gab es beim Auftritt des aufwändig vorbereiteten Männerballetts kein Halten mehr: Die von Alexandra Sebastian und Michelle Förster trainierte Truppe um Robin Leonhardt als französischer Nachtclubbesitzer entführte ins Pariser Varieté, bevor Stimmungskanone Marius Neumann aus Königsbach-Stein auf den Tischen tanzte und sich mit allen Aktiven auf ein Wiedersehen an Fasching freute.
Text und Fotos von Julian Zachmann
















